Künstler · Nationalität: italienisch

Carla Accardi

1924–2014

Carla Accardi, geboren am 9. Oktober 1924 in Trapani und gestorben am 23. Februar 2014 in Rom, war eine der bedeutendsten italienischen abstrakten Malerinnen des 20. Jahrhunderts. Nach einer klassischen Schulbildung erhielt sie 1943 privaten Kunstunterricht und studierte anschließend an den Kunstakademien in Palermo und Florenz. 1946 zog sie mit dem Maler Antonio Sanfilippo, den sie später heiratete, nach Rom. Dort schloss sie sich dem Art Club und einem Kreis einflussreicher Künstler an, zu dem Pietro Consagra, Piero Dorazio, Achille Perilli und Giulio Turcato gehörten. Gemeinsam mit ihnen unterzeichnete sie 1947 das Manifest der Gruppe Forma 1, die eine Verbindung von marxistischem Denken und abstrakter Kunst vertrat.

Ihre erste Einzelausstellung fand 1950 in der Galleria Numero in Florenz statt. In den 1950er-Jahren entwickelte Accardi eine unverwechselbare abstrakte Bildsprache, die auf Zeichen sowie Schwarz-Weiß-Kontrasten beruhte und ihr Werk in die Nähe des Informel rückte. Von 1954 bis 1959 unterstützte der Kritiker Michel Tapié sie bei mehreren internationalen Ausstellungen. In den 1960er-Jahren führte sie als Mitglied der Gruppe Continuità die Farbe wieder ein und untersuchte optische Effekte und urbane Bildwelten. Ihre Experimente mit transparenten Kunststoffträgern führten zu leuchtenden, räumlichen Gemälden, die zu einem charakteristischen Merkmal ihres Werks wurden.

Accardi nahm regelmäßig an der Biennale von Venedig teil, unter anderem 1964, 1976, 1978 und 1988. In den 1980er-Jahren setzte sie ihre Forschungen fort, kehrte zur Leinwand zurück und erkundete lebhafte Farbkontraste. Ihr Werk war in bedeutenden Retrospektiven vertreten, darunter 1994 The Italian Metamorphosis 1943–1968 im Solomon R. Guggenheim Museum in New York. 1996 wurde sie in die Accademia di Brera in Mailand gewählt und im folgenden Jahr Mitglied der Kommission der Biennale von Venedig. Ihre Werke befinden sich in wichtigen italienischen Sammlungen, darunter in der Galleria Nazionale d’Arte Moderna in Rom, im Castello di Rivoli und im Palazzo Reale in Mailand.

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